Feilbingert ist nicht nur ein Paradies für
Wanderer, auch historische Gebäude und vor allem das Quecksilberbergwerk
Schmittenstollen, machen Feilbingert zu einem lohnenden Ausflugsziel. Auf
dieser Seite finden sie nur eine Auswahl von Sehenswürdigkeiten in Feilbingert
und aus der näheren Umgebung (bis zu 5 km). Weitere Sehenswürdigkeiten finden
sie auf der Seite Feilbingerter
Impressionen.
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Mit 422 Meter ist der Lemberg die höchste Erhebung an
der Nahe. Der Lemberg ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen. Ein sehr gut
ausgeschildertes Wanderwegenetz mit Wanderkarten, Ruhebänken und Plätzen zum
Verweilen, machen den besonderen Reiz einer Lembergwanderung aus.
Lemberg wird von den
Sprachforschern als Lindberg gedeutet (siehe auch Naturschutzgebiet Lemberg). Poeten bezeichnen ihn als König
des Nahegaues: Gewaltig und majestätisch erhebt er sich über der Nahe. Der
porphyriete Aufbau gibt Zeugnis von seinem vulkanischen Ursprung. Hierin liegt
auch sein besonderer Reichtum begründet.
Der Quecksilberabbau, eine Einnahmequelle der Sickinger,
läßt sich schon um die Mitte des 15. Jahrhunderts nachweisen. Der Zinnober auf
dem Lemberg wurde von den Malern vergangener Epochen gerne verwendet. Die
Kohlegewinnung spielte dagegen eine untergeordnete Rolle. Die Steinbrüche am
Südhang sind ausgedehnt und der darin entstandene Lembergsee, weithin auch
bekannt als Silbersee, verleiht der Umgebung einen eigenen landschaftlichen
Reiz. (siehe auch das Feilbingerter
Wappen)
Etwas weiter abwärts
entdeckte man eine Steppen-Heide-Landschaft von besonderem botanischen Reiz;
sie und weite Teile des Lembergs stehen unter Naturschutz.
Von der Lemberghütte genießt der
Wanderer einen herrlichen Ausblick in das Nahetal und weit darüber hinaus, Die
reizvolle Fernsicht zieht Besucher von nah und fern stets von neuem in ihren
Bann. Auf den Höhen wurden bisher mehrere vorchristliche Altäre nachgewiesen,
die den Beweis einer keltisch-römischen Kultstätte liefern.
Vor etwa 2000 Jahren trug
er ein keltisches Heiligtum, später bauten die Römer hier einen kleinen
Merkurtempel.
Von den östlichen Hängen
abwärts blickend erkennt man gegenüber in einem Tälchen die Ruine Montfort. Auf dieser Bergseite breiten sich ausgedehnte Weinberge
aus. Oberhalb von Feilbingert liegt das malerische Sickinger Land, dem der
Rotenfels zeitweise eine Silhouette verleiht, wie man sie selten romantischer
erleben kann.
Das Besucherbergwerk Schmittenstollen
wurde nach 5jähriger Planungs- und Ausbauarbeit am 30.Mai 1981 der
Öffentlichkeit übergeben. die Grube ist das einzige Quecksilberbergwerk, das im
westeuropäischen Raum zu einer Besuchergrube ausgebaut wurde. Es gehörte zu den
ehemals ca. 80 Quecksilberbergwerken, in denen seit Jahrhunderten bis in die
neueste Zeit hinein Quecksilbervorkommen abgebaut wurden.
Die Grube Schmittenstollen
erschließt die drei bekannten Quecksilberzüge im Wald von Niederhausen - den
Schmittenzug, den Martinszug und den Zug Treue Zuversicht - und ist über einen
60m tiefen Fahr- und Förderschacht mit dem Karlsglücksstollen verbunden. Diese
drei Gruben sind mit ca. 15.000m Stollen, Strecken und 100m Schächten
aufgeschlossen, von denen im Schmittenstollen z.zt. rund 1000m für den Besucher
freigegeben wurden
Der Schmittenstollen kann
jedes Jahr in der Zeit vom 1.April bis 31. Oktober besichtigt werden. Montags
ist das Bergwerk geschlossen. Für Kinder gibt es auf dem Gelände des Stollens
einen Grubenerlebnisspielplatz und einen überdachten Grillplatz.
Zu Fuß erreichen sie den
Stollen am Besten über Niederhausen. Möchten sie mit dem Auto zum
Schmittenstollen, fahren sie über Feilbingert (sehr gut ausgeschildert) auf den
Wald- und Wanderparkplatz. Von dort aus können sie bequem die 500m zu Fuß
gehen, oder sich am Grubentelefon eine "Lore" bestellen.
Weitere Infos unter: http://www.schmittenstollen.de
Die Ruine MONTFORT zählt zu den
eindruckvollsten Burgresten der Pfalz. Heute abseits großer Verkehrswege, 10 km
von Bad Münster a.St. Ebernburg entfernt und etwa 3 km von Feilbingert, in
idyllischer Waldeinsamkeit gelegen, wurde die Burg um 1200 zur Überwachung
einer nahen Heerstraße von den Grafen von Veldenz erbaut. Der Ursprung des
Namens - übersetzt: ,,Starkenberg" - ist unsicher. Möglicherweise ist er
ein Mitbringsel eines Kreuzritters aus Palästina, wo der Deutschritterorden
eine mächtige Burg "Montfort" besaß. Der erste bekannte und wohl auch
der bedeutendste Bewohner der Burg war Eberhard v. Lautem (1182-1240). Er war
der Stammvater der Montforter. Sein Sohn nannte sich 1247 erstmals RITTER v.
MONTFORT. Dieses Geschlecht starb 1432 aus. Es hatte in der Pfalz bedeutende
Ämter inne und in 90 Orten der Vorderpfalz und Rheinhessen große und kleine Besitzungen.
Sie waren geachtet und begütert, so daß sie es gar nicht nötig hatten, sich als
Raubritter zu betätigen - was ihnen von Zeitgenossen gerne nachgesagt wurde.
Als Wappen trugen sie einen geschachten rechten Schrägbalken in
unterschiedlichen Farben mit und ohne Beizeichen.
Die geballte Kampfkraft einer so großen Zahl von
Rittern und Knechten hat sicherlich dazu beigetragen, daß Burg Montfort bis zum
Jahre 1456 nachweislich niemals ernsthaft angegriffen oder belagert wurde. Es
bedurfte der weit überlegenen Streitkräfte des Erzbischofs Diether von Mainz
und des Kurfürsten Friedrich I. v.d. Pfalz, um am 19.10.1456 die Burg mit
Feuerwaffen nach fünftägiger Belagerung zu erobern und zu zerstören. Damit
sollten jedoch weniger die Burgbewohner als deren Lehnsherr, Herzog Ludwig der
Schwarze von Pfalz-Zweibrücken, geschädigt werden. Mit Ausnahme des Wohnturmes
ist danach der übrige Burganteil nicht wieder aufgebaut worden.
Einer der vertriebenen Ganerben, der Ritter
Boos von Waldeck, baute sich um 1480 aus Trümmersteinen der Burg im Tal ein
,,Neues Schloß", das der Vorläufer des heutigen ,,Montforter Hofes"
wurde.
In den jetzt noch erhaltenen Trümmern dieser
Zerstörung haben wir das in Deutschland ganz seltene Beispiel einer noch nicht
auf Pulvergeschütze eingestellten mittelalterlichen Burg vor uns, deren heute
noch deutlich sichtbaren Anlagen aus dem 12. bis 15. Jh. stammen und deren Bild
in späteren Zeiten nicht durch Modernisierungen oder Verstärkungsbauten gegen
Feuerwaffen verändert wurde.
Die Ruine Altenbaumburg liegt nur etwa 3-4 km Fußweg von Feilbingert entfernt
in dem Dörfchen Altenbamberg.
Sie wurde 1129 erstmals erwähnt. 1140 saß ein Graf Emich I. auf dieser Burg.
Die Burganlage war nach Erweiterungen und Umbauten dreigeteilt und läßt noch
heute ihre für damalige Zeit günstige militärische Lage erkennen. Im Jahr 1253
erbaute Raugraf Konrad die Vorburg Treuenfels, von der auch noch Reste erhalten
sind. Im 14. bis 16. Jahrhundert waren die Besitzungen als kurpfälzisches Lehen
in den Händen der Herren von Cronberg. 1689 wurde die Burg von französischen
Truppen zerstört. In einem 1981/82 wieder errichteten Burggebäude befindet sich
ein Restaurant.
Ganz in der Nähe von Feilbingert, am Anfang
des romantischen Trombachtals, befindet sich der Trombacherhof, ein ehemaliges
Nonnenkloster, das im Jahr 1496 erbaut wurde. Heute befindet sich die Anlage im
Privatbesitz. Der Spaziergang durch das Trombachtal hinab zum Stausee in
Niederhausen lohnt sich sehr. Dort, im Wald von Niederhausen, befindet sich
auch das "Schinderhannes-Loch". Hier soll der "Hunsrück Robin
Hood" einige Zeit gelebt haben und seine Beute versteckt haben.
Nur 5 km entfernt von Feilbingert, in dem Kurort
Bad Münster am Stein Ebernburg,
liegt die Burgruine Rheingrafenstein. Die Burg war im 12. Jahrhundert im Besitz
des Ritters Wolfram VI. von Stein. Sein Nachkomme Wolfram nannte sich um 1200
als erster "Rheingraf vom Stein". Die Burg erhielt von diesem ihren
Namen ,,Rheingrafenstein". Im Jahr 1620 durch den spanischen General
Spinola erobert, wurde sie 1688 durch die Franzosen in die Luft gesprengt. Auf
einem 135 m hohen, steil zur Nahe abfallenden Porphyrfelsen stehen die geringen
Reste der Burg. Auf der heutigen, als herrlichem Aussichtspunkt dienenden
Plattform stand einst ein Wohnturm, der nur durch einen Treppenturm zugänglich
war. Im Südwesten liegen noch einige Mauerreste, die wahrscheinlich zur Vorburg
,,Affenstein" (Afterstein) (im Jahr 1426 als Lehen der Rheingrafen)
gehören. Restaurierungsarbeiten sicherten Aufstieg und Zugang. Vom Naheufer aus
erreichen sie die Burg am Besten über das Huttental. Sehr schön ist die
Überfahrt ins Tal mit der Fähre. Weitere Sehenswürdigkeiten in und um Bad
Münster am Stein können sie auf deren Website http://www.bad-muenster-am-stein.de nachlesen.
Ebenfalls nur 5 km von Feilbingert entfernt, in Bad Münster
am Stein, im Ortsteil Ebernburg,
befindet sich die Ebernburg. Die Burg wurde der Sage nach im 10. Jahrhundert
von einem Grafen Eburo (= Eberhard) erbaut, der ihr auch den Namen gab. 1212
erstmals urkundlich erwähnt, kam sie im 14. Jahrhundert an die Grafen von
Sponheim-Kreuznach und 1437 deren Erben, u. a. die Kurpfalz. 1481 wurde dort
Franz von Sickingen geboren, Sohn eines Lehnsmannes der Kurpfalz, Amtmann in Kreuznach, der die Burg weiter ausbaute (siehe Wappen von Feilbingert). Franz nahm mehrere Gelehrte, die
später als Reformatoren bekannt wurden, auf, so Ulrich von Hutten, Reuchlin,
Aquila u. a.; in der Überlieferung erhielt die Burg daher den Namen ,,Herberge
der Gerechtigkeit". 1688 wurde sie von den Franzosen zerstört. Heute sind
aus den Ruinen neue Gebäude emporgewachsen, die eine ländliche
Heimvolkshochschule und ein Restaurant beherbergen.
Die alte Dorfschmiede wurde um die Zeit des
deutsch-franzöischen Krieges, also um 1870 erbaut. Das Wohnhaus mit Scheune, an
dem die Schmiede angebaut ist, trägt über der Eingangstür die Aufschrift
"Philipp Schulz 1868". Er war der Vater des späteren Schmiedemeisters
Emil Schulz. Im Jahre 1909 wurde von Emil Schulz ein größerer Kamin und eine
moderne Esse eingebaut. Der Bauplan ist noch vorhanden. 1910 trat Philipp Blätz
als Lehrjunge in den Schmiedebetrieb ein. An den Folgen eines Unfalls,
verursacht durch einen Ochsen, der beschlagen werden sollte, verstarb der
Begründer der Schmiede im Jahre 1923. Philipp Blätz übernahm die Schmiede. Erst
im Jahre 1925 wurde die Schmiede mit Strom versorgt; vorher mußte alles mit der
Hand gebohrt und im Feuer geschweißt werden. Die Luftzufuhr für das
Schmiedefeuer wurde zuerst mit einem Spitzbalg und später mit einem weit
größeren, oberhalb der Feuerstelle angebrachten Blasebalg besorgt. Erst um 1930
wurde ein elektrisch betriebener Ventilator installiert. Um 1935 wurde ein
Schleifstein über die jetzt noch vorhandene Transmission angetrieben, davor
mußte auch der Schleifstein immer in mühevoller Arbeit von Hand gedreht werden.
1937 wurde ein Autogen-Schweißgerät angeschafft, welches 1955 durch ein
elektrisches ersetzt wurde. Genau wie bei seinen Vorgängern wurde auch von
Philipp Blätz mehrere junge Burschen im Beruf des Huf- und Wagenschmiedes
ausgebildet, so auch sein Sohn, der jetzige Eigentümer der schon historischen
Schmiede, Helmut Blätz. Bedingt durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft
und das "Höfesterben" in unserer Gemeinde, wurde der Schmiedebetrieb
1968 eingestellt.
Im Januar 1997 wurde sie schließlich im
Rahmen der "Macht-mit!"-Aktion des Südwestfunkfernsehens von 35
fleißigen Helfern in nur 4 Tagen von Grund auf renoviert und instandgesetzt.
Das Ergebnis, das sich den Besuchern heute als "Besucher-Schmiede"
präsentiert, wurde durch eine rd. 15-minütige Fernseh-Live-Schaltung aus
Feilbingert weit über die Ortsgrenzen hinaus im ganzen Land bekannt.
Die voll funktionsfähige historische
Besucherschmiede kann nach vorheriger telefonsicher Anmeldung (06708-3503)
jederzeit besichtigt werden.
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© 1999 Torsten Hahn, Feilbingert