Viele Zugangswege führen auf den Lemberg. An fast allen finden sich Spuren früheren Bergbaues.
Neben kleineren Kohleflötzen stößt man auf dem Lemberg überall auf die Spuren
des Quecksilberbergbaues. Schlägt man vom Trombachtal den unteren Randweg ein,
so gelangt man zu den Grundmauern des Maschinenhauses und der Kühlanlage aus
der neueren Zeit. Neben dem Weg gähnt die dunkle Öffnung des Schmittenstollens, der heute als Besucherbergwerk besichtigt werden
kann (offizielle Seite unter http://www.schmittenstollen.de)
Klettert man zur linken Hand den Abhang
hinauf, kommt man an den Tagebau. In der 20 Meter hohen Rückenwand des Bruches
sind mehrere alte Stollen angeschnitten. Am unteren Ende der Schlucht, die sich
von dem Schmittenstollen zur Nahe hinabzieht, ragt die mächtige Steinhalde vor
dem Karls-Glück-Stollen über die Baumkrone, so daß man sie vom anderen Ufer der
Nahe aus sieht.
Folgt man dem Weg weiter, so entdeckt man
links des Weges den Eingang zum Martinsstollen. Schmittenzug und Martinszug
bildeten mit dem zuletzt nicht mehr befahrbaren Stollen ,,Treue
Zuversicht" die Grube ,,Drei Züge". Ebenfalls im Niederhäuser Wald lag die Grube "Ernesti Glück", im bayerischen Staatswald in der Abteilung
Oberhauser Eck dagegen die Grube "Geißkammer". Hier steht heute noch das "Rote Bergloch"
offen.
Die ersten sicheren Nachrichten über den
Quecksilberbergbau auf dem Lemberg stammen aus dem Jahre 1469. Damals gehörten
die Gruben "Geißkammer" und "Ernesti Glück" Reinhard von Sickingen,
dem Großvater des Franz von Sickingen. Aus diesen Gruben und den
Kupferbergwerken am Rheingrafenstein schöpfte Franz später seinen Reichtum
(siehe auch Geschichte
von Feilbingert und das Wappen der Ortsgemeinde
Feilbingert)
Im 18. Jahrhundert erlebte der
Quecksilberbergbau einen neuen Aufschwung. 1728 wurden die Gruben auf dem
Lemberg wieder eröffnet. Die "Drei Züge" wurden von 20 Arbeitern
befahren. auf den beiden anderen Gruben "Ernesti Glück" und
"Geißkammer" waren es weniger Der stärkste Abbau fand im Schmittenzug
statt. Aus dieser Zeit stammt auch der unter ihm liegende
"Karls-Glück-Stollen". Im Jahre 1785 betrug die Förderung auf dem
Lemberg 2910 Pfund Quecksilber.
Im 19. Jahrhundert ging der
Quecksilberbergbau immer mehr zurück. da die pfälzischen Werke infolge ihrer
rückständigen Verhüttungsart nicht mehr mit den ausländischen Preisen
konkurrieren konnten. 1818 wurden die Bergwerke auf dem Lemberg stillgelegt.
1934 jedoch erlebt der Bergbau am Lemberg,
Landsberg und Stahlberg trotz seiner Unrentabilität eine Auferstehung. da er
den Rohstoff- und Devisenhandel überbrücken helfen sollte. Von den alten Gruben
wurden der Schmitten- und Karls-Glück-Stollen wieder befahren. Vor dem Schmittenstollen
wuchs schnell ein Maschinenhaus mit Kesselanlage, Kühlturm, Bürogebäude,
Werkstatt und Schuppen empor. Vom Karls-Glück-Stollen aus wurde eine Seilbahn
über die Nahe gebaut, die an einer Verladeanlage an der Landstraße nach
Niederhausen endete. Von hier wurden die Erze auf Lastkraftwagen nach
Obermoschel zur Verhüttung transportiert.
Außer den beiden Stollen wurde noch der
Tagebau oberhalb des Schmittenstollens in Angriff genommen. Es handelte sich
jedoch in der Hauptsache um einen Nachlesebergbau, d. h. man beutete das aus,
was früher stehengeblieben war. Ein modernes Verhüttungsverfahren erlaubte, daß
man nun auch viel ärmere Erze als früher verwerten konnte. Der
durchschnittliche Quecksilbergehalt - meist in Form von Zinnober - betrug 0,1
bis 0,3 %. Hatte man vorher des Erz herausgetragen, so wurden die alten Stollen
jetzt durch Sprengungen erweitert, damit man sie mit Förderwagen befahren
konnte. Zur Vereinfachung des Erztransportes trug ebenfalls bei, daß der
Tagebau mit dem Schmittenstollen und dieser wieder mit dem darunterliegenden
Karls-Glück-Stollen durch einen Schacht verbunden wurde. Durch diesen Schacht
wurde das Erz auf die Sohle des Karls-Glück-Stollens geschüttet und von da mit
der Seilbahn zur Verladestelle geschafft.
1935 betrug die Förderung 2.521 Tonnen, im
Jahr darauf 4.200 Tonnen und erreichte schließlich 1937 rd. 10.000 Tonnen bei
einer Tagesförderung von 70 bis 80 Tonnen. Die Belegschaft wuchs von 22 Mann im
Jahre 1935 auf 53 Mann im Jahre 1936 an und behielt diesen Stand bis 1938.
Anfang 1939 waren die alten Felder abgebaut.
Am 15. Mai 1939 wurde der Betrieb auf dem Lemberg eingestellt. Die
Maschinenanlagen, die Gleise in den Stollen und die Seilbahn zur
gegenüberliegenden Naheseite wurden abgerissen.
In der Folgezeit gewann man auf dem Lemberg
(ab 1907) in einem Zweigbetrieb der Kirner Hartsteinwerke Hartgestein. Früher
wurden hier vornehmlich die blaugefärbten Pflastersteine hergestellt und in
weitere Teile der Bundesrepublik zum Straßenbau verschickt. In der Glanzzeit
des Betriebes waren hier fast 100 Menschen aus den Dörfern um den Lemberg
beschäftigt.
Nachdem die Stärke der Belegschaft durch
Rationalisierungsmaßnahmen und den Rückgang des Pflastersteinabsatzes stark
zurückgegangen war, wurde anschließend das Steinmaterial zum Straßenbau in
einem großen Brecher bereitgestellt. Eine moderne Teermischanlage stellte
Teersplit in allen brauchbaren Körnungen für den Straßenbau her Die Produktion
wurde dann Anfang der 70er Jahre aufgegeben.
Weitere Infos unter: http://www.schmittenstollen.de
Quelle: Karl Grade
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© 1999 Torsten Hahn, Feilbingert